Tafel mit Nachricht über den Bau eines Altars, 1655

Tafel mit Nachricht über den Bau eines Altars, 1655

Tafel mit Nachricht über den Bau eines Altars, 1655

# Museum

Tafel mit Nachricht über den Bau eines Altars, 1655

Beim Rundgang durch die Spandauer St.-Nikolai-Kirche fällt eine hölzerne Tafel auf. Sie scheint so gar nicht hierher zu gehören. Oft wird das Team der Offenen Kirche nach der Bedeutung dieser Tafel gefragt. Unser aktuelles Kunstinventarverzeichnis berichtet Folgendes:

Tafel mit Nachricht über den Bau eines Altars, 1655 

Lage: An der Nordwand der Kirche links neben dem Eingang zur Nordkapelle. Material: Holz  

Beschreibung: Die Tafel besteht aus drei senkrechten Brettern (B 27, 32 und 30 cm), die von zwei waagerechten Leisten (B zwischen 6 und 9 cm) zusammengehalten werden. Die beiden Leisten haben einen Abstand von jeweils 21 cm zur Ober- bzw. zur Unterkante. Die rechte und linke Seite der Tafel sind ungerade bearbeitet worden. Die Schrift ist schwarz auf grauem Untergrund. Die Farben sind zum Teil abgeplatzt, wodurch einzelne Buchstaben an einigen Stellen nicht mehr eindeutig zu lesen sind. Das Holz ist sehr wurmstichig.  

Inschrift:
Dieser Altar ist gesetzet worden ANO
1655 am 28 t Septemb: Zur Zeitt.
Deß Durchleuchtigsten Hochgebornen Fürsten
Und Herrn he Fridrich Wilhelm, Churf: zu Brande
Deß hochEdel gebohrnen gestrengen und Besten Herrn, Johan
Georg von Rebecken hoch und wolbestalten Obristen und
Oberhaubtman der Vestung Spandaw.
Des woll Ehrenvesten, Achtbahren und wolgeachten Herrn
Andreae Riebendt, Amptschreiber zu spandaw,
Des Ehrwurdigen und Wolgeachten Herrn lurrenty
Bernhaten (Lorenz Bernau) Pfarrherrn.
Peter Berenth, Schultze Merthin lehman (Martin Lehmann),
Jurgen Ingel (Jürgen Engel), beide vorsteher. Hanß hiele ?:?    

Anmerkung: Die Inschrift wurde am 23. Februar 2009 von Peter Lietzke und Rainer Paasch, zwei Mitgliedern der Museumsgruppe St. Nikolai, abgeschrieben.

Provenienz: Wann und wie die Tafel in den Besitz der St.-Nikolai-Gemeinde kam, ist unbekannt. Die Tafel konnte lange Zeit nicht zugeordnet werden.

Am 7. März 2016 machte die Leiterin von Spandovia Sacra - Museum von St. Nikolai Berlin-Spandau einen Zufallsfund bei einer Internetrecherche: Am 28.9.1655 wurde die Dorfkirche in Lietzow (2016: Berlin-Charlottenburg) nach einem Brand neu eingeweiht. Die Kirche war eine Filiale von Wilmersdorf, der damalige Pfarrer hieß Lorenz Bernau bzw. Bernauer (vgl. Fischer, Pfarrerbuch Mark Brandenburg, Bd. II/1, S. 50). Auch die Erwähnung des Dorf­schulzen Peter Berenth weist auf Lietzow hin. "Die Entwicklung Lietzows ist gut dokumentiert. Über 400 Jahre hinweg hatte die Familie Berendt das Dorfschulzenamt inne." (wikipedia, Berlin-Charlottenburg, abgerufen am 7. März 2016).

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