14/06/2026 0 Kommentare
Rückschau: Vernissage "Iris Ulbricht: Zeichnungen" am 8. Juni 2026
Rückschau: Vernissage "Iris Ulbricht: Zeichnungen" am 8. Juni 2026
# Museum

Rückschau: Vernissage "Iris Ulbricht: Zeichnungen" am 8. Juni 2026
Liebe Iris Ulbricht, liebe Gäste!
zur Vernissage dieser Ausstellung begrüße ich Sie / Euch ganz herzlich im Namen der Ev. Kirchengemeinde St Nikolai. Wir sind ja das kleine Museum der großen Kirche dort gegenüber. Ich freue mich sehr, dass Sie, dass Ihr trotz der äußerst kurzfristig erfolgten Einladung heute hier sein könnt. Ich bitte diese Kurzfristigkeit zu entschuldigen, sie ist den Umständen geschuldet. Dank auch an Dich, liebe Iris, dass Du Dich trotz der aktuellen Widrigkeiten auf diese schon lang von mir gewünschte Ausstellung eingelassen hast.
Ein Überblick zum Ablauf der Veranstaltung: 1.) Ich hoffe, alle haben bereits ein Getränk, und es darf auch geknabbert werden. 2.) Nach dieser Begrüßung wird uns Alexander Beck-Ratzka mit seiner Gitarre musikalisch erfreuen. 3.) Komme ich nochmal dran und 4.) Habt Ihr Gelegenheit, mit Iris ins Gespräch über ihre Kunst zu kommen. Die Chorleute müssen dann zu ihrer Messias-Generalprobe rüber in die Kirche. Morgen ist dort das große Konzert; es gibt noch einige wenige Restkarten.
Lieber Alexander, Du gehörst seit über einem Jahr zu unserem ehrenamtlichen Team und hast ganz spontan (das war erst gestern) zugesagt, die Ausstellungseröffnung mit deiner Musik zu bereichern. Danke. Was Du spielst, sagst Du bitte selbst.
MUSIK
Vielen herzlichen Dank, lieber Alexander. Nun wird es ernst: Ich werde – hoffentlich nicht zu lang – über die Ausstellung sprechen.
Weshalb stellt Frau Dr. Iris Ulbricht hier in dem kleinen Café ihre großartige Kunst aus? Um es vorweg zu nehmen: Das hat persönliche Gründe. Das sind meines Erachtens nach die besten Gründe; denn sie zeigen an, dass es einen freien Entscheidungsspielraum gibt. Sachgründe und andere Einschränkungen zwingen uns meist dazu, etwas zu tun, was wir eigentlich nicht tun wollen.
Welches sind die persönlichen Gründe? Da kann ich an dieser Stelle natürlich nur für mich sprechen. Vor fast 50 Jahren habe ich Iris hier in der Nikolai-Gemeinde kennengelernt. Wir bastelten und batikten und töpferten gemeinsam… Unsere Lebenswege trennten sich. Vor gut anderthalb Jahren trafen wir uns zufällig bei der Geburtstagsfeier einer weiteren ehemals jungen Nikolaierin wieder. Iris und ich kamen gut ins Gespräch und ich wurde neugierig. Während ich immer noch in Nikolai herumspringe (was ich sehr gerne tue) studierte Iris Luft- und Raumfahrttechnik. Nach ihrer Promotion arbeitete sie als eine der wenigen Frauen der Branche in verschiedenen Unternehmen der internationalen Turbomaschinenindustrie. Sie bekleidete diverse Führungs- und Forschungspositionen. Anfang 2015 entschied sie sich radikal für ein Kunststudium. Seit 2019 unterrichtet sie und stellt ihre Arbeiten aus. Sie hat ein Haus, einen Mann, Kinder. Wow, wie unterschiedlich Menschen sein können! Wunderbar! Ich bin fasziniert.
Und was fasziniert mich an der Kunst von Iris? Als Literaturwissenschaftlerin kann ich leider nichts fachlich Begründetes über bildende Kunst sagen. Nur so viel, dass alle künstlerischen Ausdrucksformen – ob Literatur, Malerei, Musik, Tanz usw. –Unsichtbares sichtbar machen wollen und, wenn sie gut sind, dies auch schaffen. Eine Kunsthistorikerin hat die Kunst von Iris Ulbricht beschrieben und eingeordnet. Auszüge aus dieser Würdigung können sie im kleinen Raum nebenan lesen. Dieser Text hat mir erklärt, was die Bilder von Iris mit mir machen: Ich spüre Verunsicherung, sehe Übergangssituationen, Schwellenbereiche - fachlich „liminale Räume“ - genannt. Diese befinden sich vor allem im Unterbewusstsein und plötzlich hängen sie vor mir an der Wand. Noch dazu gestaltet mit Meisterschaft, mit Fantasie, mit höchster Präzision und mit Freude am Detail … Ach, es gäbe noch so viel zu sagen … Prost! Die Ausstellung ist eröffnet!
MUSIK (Alexander)
Ansprache Iris (hier ihr Post vom 9.6.26)
Bei der gestrigen Eröffnung in der Spandovia Sacra, dem Kirchenmuseum und Archiv eines der ältesten Stadtteile Berlins, war ein reger Andrang. Das Aufhängen der Kunstwerke in dem historischen und denkmalgeschützten Gebäude war zwar schwierig, hat aber Spaß gemacht. Ich freue mich sehr, meine kleineren Zeichnungen und Gemälde zeigen zu können, die in diesem Raum sehr gut zur Geltung kommen. Vielen Dank an die Organisatoren! Ich bin dankbar für den herzlichen Empfang und die schöne Veranstaltung! Falls ihr Interesse habt: Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. Oktober
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