Epitaph für Catharina Elisabeth Rinck, 1758

Epitaph für Catharina Elisabeth Rinck, 1758

Epitaph für Catharina Elisabeth Rinck, 1758

# Museum

Epitaph für Catharina Elisabeth Rinck, 1758

In der Spandauer St.-Nikolai-Kirche befinden sich 18 Gedächtnismale, die an Verstorbene erinnern. Aus der großen Anzahl der ehemals vorhandenen Kunstwerke sind diese zufällig erhalten geblieben. Sie stammen nicht nur von Gräbern in der St.-Nikolai-Kirche, sondern auch von anderen Kirchen und Friedhöfen. Sie sind aus Holz, Stein oder Metall gefertigt und erinnern an Pfarrer, Bürgermeister, Spandauer Bürger und Bürgerinnen sowie adlige Militärangehörige, die auf der Zitadelle ihren Dienst taten und in der Spandauer Kirche beerdigt wurden.

Der Rundgang beginnt im Haupteingang und führt Sie im Uhrzeigersinn links herum durch das nördliche Seitenschiff, den Chorraum hinter dem Altar und das südliche Seitenschiff wieder zum Ausgang zurück.

Im folgenden wird vorgestellt (Nr. 16 im Rundgang):

Epitaph für Catharina Elisabeth Rinck, 1758

Lage: Rechts unter dem zweiten Fenster an der Südwand, vom Turm aus gesehen. Maße: Höhe 160cm bis Konsole. Dazu 50cm Bildwerk unter der Konsole. Breite 107cm. Die Konsole ist 128cm breit. Dazu kommen 25cm für die Öllampe mit Flamme und 20cm für den Totenkopf. Tiefe ca. 30cm. Material: Kalkstein, steinfarben überstrichen.

Beschreibung: Über einer mit Rocaillen und Voluten verzierten Konsole mit einem geflügelten Chronoskopf sind zwei geflügelte Putti vor einem schweren Inschrifttuch, das mit einer breiten Fransenborte gesäumt und oben an Kordeln befestigt ist, zu sehen. Ein Putto schwebt rechts hoch oben und hebt das Tuch hoch, so dass die Schrift lesbar wird. Der andere steht links unten und weist auf die Inschrift hin. Zu seinen Füßen sind rechts ein offenes Buch und links eine brennende Öllampe, gegenüber eine Blütenvase mit einem Totenkopf ohne Unterkiefer über gekreuzten Knochen zu sehen. Rechts neben der Vase befindet sich ein großer Totenkopf, ebenfalls ohne Unterkiefer.

Zustand: Die Konsole ist links und rechts stark beschädigt und gesprungen. Die untere Spitze fehlt.  

Inschrift:
Alhier nicht weit von
Diesen Leichen Steine Ruhen Die Gebeine
Der Hochedlen und Tugend Belobten Jungfer
Catharina Elisabeth Rincken welche den 10. Febr
1758 alhier sanft und selig verstorben und Ihr Alter
nicht hoher gebracht als 20 Jahr und 18 Tage
Ihr seeliger Vater war Herr Johann
Heinrich Rinck gewesener Burger
und Lohgerber alhier Die
hinter bliebne betrubte Mutter
Frau Catharina Elisabeth
Graßmannin welche Dieses Zum
Andencken Ihrer einzigen gel.
Tochter setzen laßen.  

Zur Person: Der Chronist Daniel Friedrich Schulze, Pfarrer und Inspektor an St. Nikolai, teilt uns nähere Einzelheiten über das Schicksal von Elisabeth Rinck mit:  

"…Diese Jungfer war auf der Rück Reise von Berlin auf den Ruhlebenschen Bergen aus einem Schlitten, auf welchem sie nebst zwey andern Frauens Personen geseßen, als die Pferde davor schüchtern geworden, gesprungen, und hatte durch einen unglücklichen Fall auf eine Eiß Scholle sich den Kopf so zerschlagen, daß, obgleich alle Mühe und selbst das trepaniren angewandt worden, sie am 10ten Februar als den eilften Tag nach ihrer Beschädigung ihren Geist aufgeben muste. Es wäre werth gewesen, daß die traurige Gelegenheit ihres Todes in der Aufschrift, welche auf dem mit manchen Bildhauer Zierrathen umgebenen steinernen Denkmahl eingegraben ist und angezeigt hätte werden sollen, wenigstens einigermaßen berührt worden wäre….".  

Bemerkung: Die Inschrift wurde von Peter Lietzke und Rainer Paasch, zwei Mitgliedern der Museumsgruppe St. Nikolai, am 9. Februar 2009 vom Epitaph abgeschrieben.

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