Erster Videogruss für die Gemeinde zu Hause

© St. Nikolai
Veröffentlicht von Björn Borrmann am Fr., 20. Mär. 2020 15:23 Uhr
Video

Wir beginnen, ein kleines Internetangebot aus St. Nikolai aufzubauen. Pfarrerin Ahrens-Cornely spricht den ersten Videogruss aus der St. Nikolai-Kirche in diesem Video. Zum Nachlesen hier ihr Manuskript,

Liebe Gemeinde,

es ist sehr seltsam alleine in der Nikolai-Kirche zu stehen. Es ist nicht leicht zu ertragen, dass unser Miteinander jetzt darin besteht, uns voneinander abzusondern.

Gerade in Notzeiten suchen Menschen Schutz, Fürsprache, Ermunterung, Trostworte und Ermutigung in der Gemeinschaft und in der Kirche. Das ist jetzt nicht so ohne weiteres möglich. Deshalb versuchen wir, Ihnen auf digitalem Weg nahe zu sein - durchaus imrprovisiert und ohne Anspruch auf Perfektion. Wir beten für Sie in all Ihren Kümmernissen und existentiellen Sorgen und Ängsten.

Manche leiden besonders an der Einsamkeit: Die kleinen ermunternden Begegnungen fallen aus. Verabredungen müssen ausfallen. Geburtstage können nicht gefeiert werden.

Manche fühlen sich unendlich überfordert, weil sie zu Hause arbeiten und gleichzeitig für die Kinder da sein müssen. Oder Sie müssen arbeiten gehen, während die Kinder dennoch zu Hause sind. Der Tag mit seinen alltäglichen Ritualen ist zerbrochen.

Manche von Ihnen aber haben existentielle Sorgen, weil Sie eben nicht arbeiten können, weil Ihr Betrieb kurz vor dem Zusammenbruch steht, weil Sie Ihre Leute entlassen müssen.

Und wieder andere haben vor allem Angst davor, krank zu werden. Oder Sie haben Angst um Ihre Liebsten.

Wir laden Sie ein, in diesen Tagen ganz besonders auf die Glocken unserer Kirche zu hören: Mittags um 12 Uhr läuten wir! Dann beten wir gemeinsam. Wir schließen Sie zu Hause und an Ihrem Arbeitsplatz in unsere Fürbitte mit ein: die Angsterfüllten, die Überforderten, die Traurigen, die Stillen, die Verzweifelten, die Zornigen, die Einsamen, die Kranken, die Sterbenden. Voller Dankbarkeit bitten wir für alle, die pflegen, versorgen, beraten und für die Schwächsten unter uns unermüdlich da sind.

Wir beten mit Jesu Worten, die uns alle untereinander verbinden: Das Vaterunser.

Bleiben Sie behütet und gesegnet in diesen Tagen.

Gott schütze Sie. Amen.

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